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Werke

Reisebilder

Spontanes Zeichnen mit Tusche und Acryl vor Ort, das Papier liegt im Sand oder auf dem Stein und ich habe vor mir: die Pilger von Pushkar, die Wäscherinnen im indischen Udaipur, die heiligen Kühe auf den Straßen, die Boote in den Backwaters, die Fußruderer am Inle Lake, die Händler auf dem Markt von Agdz in Marokko, die Massai auf Sansibar, die laotischen Bettelmönche in Luang Prabang - sie wollen in ihrer typischen Körperhaltung erfasst werden. So male ich, was ich sehe und verwebe das mit meinen Sinneseindrücken zu schnellen Bildern - Reisebildern.

Ihre Arbeiten sind nicht schnelle Abbildungen, sondern Zeugnisse von Begegnungen, die noch lange nachschwingen werden.

Rainer Kaiser

Reisebilder

Malerei

Aktuelle Geschehnisse beeinflussen mitunter den Malprozess. Vor zehn Jahren Fukushima, 2015 die sogenannte Flüchtlingskrise und jetzt Corona.

Bei Themenausstellungen, wie „Aufgetaucht“ im Kongress am Park, widmete ich mich monatelang zunächst Augsburgs Welterbe „Wasser“ und den Brunnenfiguren. Dann kam Covid 19 in die Welt. Das Virus schlich sich auch in meine Leinwände. Die Köpfe der Hydra (am Herkulesbrunnen) stehen in den Bildern „Hydra“ und „Lockdown“ für die Schrecken der Pandemie.

Wie ein Schock sei das gewesen. Fortan mischte sich Covid-19 unter Acryl und Tusche, denen sie auf ihren weißen Leinwänden freien Lauf lässt und kein engeres gestalterisches Korsett zumutet. Manche Bilder seien an einem Abend fertig, andere vielleicht erst nach Wochen des Malens, Übermalens und Parallelmalens (mehrerer auf dem Boden liegender Leinwände). Ihre Farbdominanz von Blau, Grün, Türkis, Mauve (mit gelben, roten und rosa Zugaben) verschluckt das Figurale. Dem entsprechen Bildtitel wie „Alles in Fluss“, Verlauf“, ,,Untiefen“. Auch „Aufgetaucht“ lässt nicht erkennen, was da auftaucht - mag sein die Hoffnung.

(Hans Krebs, Augsburger Allgemeine)

Malerei

Figuren

Künstlerisch vorbelastet, hat Ines Roller dann in einem jahrelangen Findungsprozess ihre eigene bildnerische Autorität gewonnen. Sie malt spontan, ohne Vorsatz, lässt die Bilder aus sich selbst heraus entstehen, ohne die Arbeitsspuren zu tilgen. „Nicht ich male, es malt“, sagte sie im Künstlergespräch. Dieses „es“ ist offensichtlich darauf aus, die menschliche Figur nur schemenhaft, fragmentarisch, bar jeder lndividualität erscheinen zu lassen.

Transitorische Wesen könnte man sie nennen, schwebend zwischen Konkretion und Abstraktion. Irgendwie tragisch mutet es an, wie sie sich in aufleuchtenden Acrylfarben (Rosa, Grün, Gelb, Türkis) aus einem vielschichtigen Hintergrund lösen. ,,Es ist der Schatten der Einsamkeit, den sie im Bild hinterlassen“ (Sylvia Jäkel-Scheglmann).

(Hans Krebs, Augsburger Allgemeine)

Figuren

Orte

Das Thema ist fast immer die Figuration - sie zeichnete die Situationen vor Ort, teilweise auf Papier, das sie in Indien gekauft hat. Als Technik bevorzugt die Künstlerin hier Tuschezeichnungen - und Acryl auf Papier. Sie gestaltet aber auch in Acryl auf Leinwand und Finnpappe und mischt die Techniken, malt an mehreren Bildern gleichzeitig. Diese Arbeitsweise gibt den in Udaipur im Süden des indischen Bundesstaates Rajasthan entstandenen Arbeiten Ines Rollers eine Spontaneität und Unmittelbarkeit, die den Betrachter spontan für sich einnimmt, ohne aber ,,gefällig‘‘ zu sein.

Gerald Lindner, Augsburger Allgemeine

Orte